Hello. Wenn ich nun schon wieder Anfange mit der Herbst ist da, komme ich mir ein bisschen blöd vor aber gerade hat nochmal so ein richtiger Theken-Umschwung bei uns auf dem Markt stattgefunden. So viele schöne Herbstleckereien kommen jetzt ganz frisch vom Feld zu uns auf dem Markt und ich weiß gar nicht so recht, womit ich zuerst kochen soll. Quitten, Schwarzkohl, eine ganz besondere alte Kartoffelsorte, ein riesen Pilzvielfalt, Kürbisse, Rotkohl und frischer Bornheimer Ingwer. Noch dazu die wunderschöne Auswahl an (Bitter)Salaten.
Ich kann mich gar nicht satt sehen, an dieser tollen heimischen Auswahl und zum ersten Plan in meinem Leben, habe ich tatsächlich so etwas wie einen losen Koch- und Backplan für die Woche erstellt. Also mental. Im Groben. Immerhin. 😉 Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie schwer es ist, hinter diesem Marktstand zu arbeiten und selber nichts zu kaufen. Irgendwas findet man immer, dass einen an diesem Tag besonders anlacht.
Das ist okay, doch diese Woche werde ich mich an meinen Gemüseplan first halten und kein weiteres Gemüse wird mir da in die Quere kommen, auch wenn es noch so sehr und laut lacht.
Was mich bei uns am Stand gerade so richtig umhaut, ist die alte französische Kartoffelsorte La Ratte. (Was tatsächlich die Ratte bedeutet)
Warum diese Kartoffel so heißt, versteht man sofort, wenn man sie sieht. Lustig unförmig und größtenteils länglich geformt, erinnern die Kartoffeln wirklich an kleine Rattenschwänze oder an Bamberger Hörnchen. Diese Kartoffeln sind festkochend ABER sie haben auch einen ganz feinen Schmelz und ich schwöre euch, seid ich die La Ratte probiert habe, verstehe ich, was der Ausdruck speckige Kartoffel meint. Denn genau so ist ihre Konsistenz, fein-cremig & speckig-schmelzig.
Ich bin normalerweise eher Team mehlige Kartoffel aber die La Ratte hat mich einfach komplett abgeholt. Sie ist festkochend, ja aber sie hat eben auch diesen feinen Schmelz und ein ganz nussiges, teilweise an Maroni erinnerndes Aroma. Ich finde die einfach richtig, richtig lecker. Ich habe sie mit Schale (die ist nämlich ganz dünn und kann wunderbar mit verzehrt werden) als Ofenkartoffel gebacken und ich habe den sicherlich leckersten Kartoffelsalat meines Lebens mit ihnen zubereitet.
Und genau den möchte ich euch heute zeigen.
Veganer Kartoffelsalat mit kleinen La Ratte Kartöffelchen,
Orangen-Senf Dressing, Radicchio & Zuckerhut
Das Rezept ist super einfach und schnell gemacht. Die gegarten und gepellten Kartoffeln (pellen ging übrigens super!) werden in dünne Scheiben geschnitten und mit 3/4 des zügig vorbereiteten Orangen-Senf Dressings vermengt.
Geduldige lassen die Kartoffeln dann ein paar Stunden ziehen, (ihr werdet sehen, sie Kartoffeln saugen das Dressing weg wie nix, deshalb mindestens 1/4 Dressing für später aufheben.)
Zuckerhut, Dill und Radicchio gibt es anschließend frisch dazu.
Kennt ihr Zuckerhut Salat?
Total lecker! Zuckerhut Salat ist ein heimischer Herbst-Winter Salat und kann genau so verwendet und zubereitet werden wie Radicchio oder Endiviensalat. Vom Bitterstoffggehalt her würde ich ihn allerdings eher dem Radicchio als der etwas milderen Endivie zuordnen. Seine Blätter sind aber viel saftiger als die Blätter der Endivie. Deshalb beschreibe ich ihn der Kundschaft auch gern als ein bisschen wie ein Eisbergsalat mit Bitterstoffen. Die locker gewachsenen, großen Blätter des Zuckerhuts kann man auch super als Wrap-Ersatz oder z.B. für Gemüsepäckchen verwenden.
Zurück zu den Kartoffeln. Wer keine Lust hat, die Kartoffeln durchziehen zu lassen hat oder akut hungrig ist, kann den Kartoffelsalat auch direkt verzeheren. Einfach etwas frischen Radicchio und Zuckerhut Salat unter die Kartoffeln heben und das Ganze dann nach belieben mit noch etwas mehr vom Dressing vermengen. Hängt jetzt auch ein bisschen damit zusammen, wie soßig man seinen Salat mag. 😉
Ich hab den Kartoffelsalat an einem Abend auch schon pur, ohne die Bitter-Salate gegessen. Das ist dann allerdings schon sehr kräftig, intensiv süß-säuerlich im Geschmack. Doch genau so mag ist das manchmal. Ansonsten balancieren etwas Radicchio & Zuckerhut die Süße des Dressings hier sehr gut aus. Oder anders herum gesprochen, wenn du Salate oder ein Gemüse mit vielen Bitterstoffen eigentlich nicht so gerne magst oder sie dir schmackhafter machen möchtest, versuch es einfach mal mit etwas süßem, das die Bitterstoffe etwas abfedert.
Ich könnte in diesem Kartoffelsalat sprichwörtlich baden und liebe die Kombi aus cremig-nussiger Kartoffel und dem fruchtig-aromatischen, süß-säuerlichen Orangendressing. Das Dressing habe ich, wie ihr oben sehen könnt, mit Orangenmarmelade zubereitet.
Seit letztem Winter bin ich ein ziemlich großer Fan von Orangenmarmelade als Zutat für Salatsaucen. Egal, ob wie hier auf einer Essig-Öl Basis oder zusammen mit sahnigeren Zutaten, wie Joghurt oder Creme Fraiche – Eine gute Orangenmarmelade eignet sich super als Dressing Zutat.
Und weil ich jetzt hier keine explizite Werbung machen will sage ich einfach mal – meine bevorzugte Marke ist da das Gegenteil von Pech. Die mag ich am liebsten weil sie eine intensives Aroma und eine authentische Farbe hat und weil ihr hier im Marmeladen-Pöttchen sogar richtige Schalenstückchen findet.
Okay, das war jetzt richtig viel Gerede für einen so einfachen und schnellen Kartoffelsalat. Ich denke, jetzt wird’s mal Zeit für das Rezept.
Zum Rezept.

Schneller Kartoffelsalat mit Orangen-Senf Dressing, Zuckerhut und Radicchio.
Zutaten
- 500 g kleine festkochende Kartoffeln (hier La Ratte)
Dressing.
- 1-2 rote Zwiebeln
- 200 g Orangenmarmelade (gerne mit Schalenstückchen s.o.)
- 90 g mittelscharfer Senf
- 40 g heller Balsamico
- 1/2 Zitrone
- 50 g Wasser
- 40 g Öl
- Pfeffer, Salz, Muskat – nach belieben etwas Zwiebel-, Knobi- und Kurkuma Pulver
Außerdem.
- 3,4 Stängel frischer Dill
- frischer Radicchio & Zuckerhut Salat
Anleitungen
- Kartoffeln putzen, samt Schale garen. (ich hab sie gedämpft)
- Sobald die Kartoffeln aufgesetzt sind, das Dressing zubereiten, damit die Zwiebeln durchziehen können.Dazu alle oben genannten Zutaten sehr gut miteinander verrühren und nochmal mit Salz, Pfeffer etc. abschmecken. Das Dressing soll ruhig kräftig sein, weil die Kartoffeln einiges an bumms wegsaugen.

- Zwiebeln (wer es gern zwiebelig mag, so wie ich, nimmt 2) halbieren, vierteln und in feine Streifen schneiden. Unter das Dressing rühren. Bis zur weiteren Verwendung ziehen lassen.
- Gegarte Kartoffeln kurz unter kaltem Wasser abschrecken. Dann pellen und in dünne Scheiben schneiden. In eine große Schüssel geben.Dreiviertel des Dressings (samt Zwiebeln) mit den Kartoffeln vermengen. Nach belieben noch etwas gehackten, frischen Dill unterheben. Entweder: Ein paar Stunden durchziehen lassen (in der Zeit saugen sich die Kartoffeln mit dem Dressing voll). Anschließend ein paar gezupfte Blätter Zuckerhut, Radicchio und nach belieben noch mehr Dill unter die Kartoffeln heben und das restliche Dressing über dem Salat verteilen.Oder für Ungeduldige: Den Kartoffelsalat sofort mit den Bittersalaten vermengen. In dem Fall braucht ihr wenig bis keines von dem aufbewahrten Dressing, weil die Kartoffeln sich noch nicht vollgesogen haben. Enjoy.









