Er liegt in der Luft oder? Der Frühling.

Er duftet warm, zart und hell. Er bringt die Wärme zurück in unsere Welt, auf den Wochenmarkt, in unsere Herzen. Während ich zum ersten Mal seit langem wieder nur im Pullover arbeite und wie ich so von a nach b flitze, Kartoffeln packe und Äpfelchen auswähle, spüre ich um mich herum eine Leichtigkeit und Unbeschwertheit, so zart, dass ich sie gar nicht greifen möchte, damit sie nicht sofort wieder zerplatzt. Die Marktblase. Der Ort, an dem für ein paar Stunden alles in Ordnung ist.

Diese Woche war sie wieder da und ich hatte zum ersten Mal seit langem wieder das Gefühl, dass der Wochenmarkt wieder mehr das ist, was er ursprünglich sein sollte. Eine kleine, heile in sich abgeschlossene Welt voller Freude und Entdeckergeist. Ein Ort an dem man nicht nur mal eben schnell seine Einkäufe erledigen will sondern einer an dem man gerne verweilt, einer an dem man sich verlieren und die Zeit auch gerne mal vergessen kann. Weil man zu vertieft ist Neues zu entdecken. Weil man gerne das Gespräch sucht – mit Nachbarn, mit Bekannten, mit den Verkäufer/innen oder auch mit dem Fremden, der gerade zufällig neben einem steht und der verzückt empfiehlt, wie er oder sie Spitzkohl am liebsten zubereitet. Auf einem Wochenmarkt kennt man sich auch wenn man sich eigentlich gar nicht kennt.

Vor kurzem sagte ein Kollege zu mir: „Ach, Jenny. Du könntest doch gar nicht ohne den Wochenmarkt.“ Das stimmt nicht. Ich könnte schon und doch hat er recht. Der Wochenmarkt ist einfach ein besonderer Ort. Einer an dem ich gerne noch ein wenig länger verweilen möchte.

Selbst für mich als Verkäuferin gibt es auf dem Wochenmarkt immer wieder Neues zu entdecken. Ringel Bete zum Beispiel. Die hatten wir diese Woche als kleine Besonderheit im Sortiment. Natürlich ist sie auch in mein Einkaufskörbchen gewandert, denn ich muss ja schließlich wissen, was genau ich den Kunden da anpreisen möchte. Und ich muss sagen: Wirklich Lecker! Schmeckt mir persönlich sogar besser als Rote Bete, weil sie deutlich milder und süßer ist, weil sie ein echter Hingucker ist und, dass die Küche nach der Verarbeitung nicht wie ein Schlachtfeld aussieht, ist natürlich auch ein Argument. Ringel Bete färbt nämlich nicht.

Schnelles Veganes Miso-Senfdressing mit süßem Senf

Ganz fein gehobelt, zusammen mit Staudensellerie und einem süßen Miso Senf Dressing ergibt die Ringel Bete einen feinen Salat, der uns abseits von all dem Winterkohl ein wenig Frühlingshafte Leichtigkeit direkt vom Wochenmarkt auf den Teller zaubert.

Klingt gut oder?!


Ringel Bete mit Staudensellerie & Miso-Senf Dressing

Ringel Bete Salat mit Staudensellerie und Miso-Senfdressing.

Zutaten/Zubereitung.

  • 1 größere Ringelbete
  • 3-4 Stangen Staudensellerie + etwas Grün
  • 1 mittlere Rote Zwiebel

Die Bete putzen und in 1mm dünn hobeln. Geputzen Staudensellerie in ca. 6cm lange Stücke schneiden und der Länge nach 4mm dünn aufhobeln. Ein paar zarte Sellerie Äste aus der Mitte der Staude mit dazu geben, sowie eine Handvoll Staudensellerie Blätter. Rote Zwiebel schälen, vierteln und 1mm dünn hobeln (oder alternativ ganz fein würfen)

Miso-Senf Dressing.

Die Mengen sind ca. Angaben, weil ich das Dressing nach Augenmaß angerührt habe.

  • 1 großer EL mittelscharfer Senf
  • 1 EL süßer Senf + ein Spritzer Ahornsirup
  • Saft einer halben Zitrone
  • 1/2 TL rote Misopaste
  • 1/2 TL Cashewmus (alternativ ein schmackhaftes Öl)
  • ein paar Umdrehungen schwarzer Pfeffer +1/4 TL gemahlener Bockshornklee
  • etwas Wasser

Alle Zutaten miteinander verrühren und soviel Wasser hinzufügen bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Probieren und ggf. nachschmecken.

Ein paar kleine Tipps: Für eine fruchtigere Variante noch ein gewürfeltes Äpfelchen mit dazu geben. Ein paar Streifen Blattsalat oder Radicchio zusätzlich unter den Salat mischen. Mit ein paar gerösteten Nüssen toppen. Zum Beispiel mit diesen knusprigen Salzkaramell Nüssen.